Was verdiene ich als Landrat des Landkreises Regen monatlich?

Meine Besoldung:

Als Landrat des Landkreises Regen wurde ich gemäß BayBesG mit Kreistagsbeschluss vom 12. Dezember 2011 in der Besoldungsgruppe B5 eingruppiert. Dies entsprach einer Brutto-Besoldung von 7.364,88 Euro (Stand: 01. April 2012). Mein Vorgänger, Heinz Wölfl, war zuletzt in Besoldungsgruppe B6 eingruppiert, startete zu Beginn seiner Amtszeit als Landrat im Jahre 1994 aber ebenfalls in Besoldungsgruppe B5. Zum 1. August 2012 änderte sich die Gesetzeslage in Bayern, die Wahlmöglichkeit der Besoldungsgruppe entfiel rückwirkend zum 1. Januar 2012. Zuvor hatten Kreistage von Landkreisen mit ähnlicher Einwohnerzahl, wie der Landkreis Regen, die Möglichkeit, bei der Landratsbesoldung zwischen den Besoldungsgruppen B5 und B6 zu wählen. Diese Wahlmöglichkeit wurde nun durch eine automatische Eingruppierung nach Einwohnerzahl des Landkreises ersetzt. So wurde ich quasi per Gesetz befördert und rückte rückwirkend zum 1. Januar 2012 in die Besoldungsgruppe B6 auf. Mit der tariflichen Lohnerhöhung zum 1. März 2014 beträgt meine Brutto-Besoldung beträgt dadurch nun 8.520,59 Euro.

Vorsorge/Beihilfe:

Als kommunaler Wahlbeamter muss ich mich – anders als ein "normaler" Arbeitnehmer – u.a. privat kranken- und pflegeversichern. Allerdings habe ich – wie alle Beamtinnen und Beamten in Bayern – Anspruch auf Beihilfe. Die Beihilfe ist abhängig von den jeweiligen Familienverhältnissen des Beamten. Als nicht verheirateter Wahlbeamter ohne Kinder habe ich derzeit Anspruch auf 50 Prozent Beihilfe.

Beamtinnen und Beamte unterliegen nicht der Versicherungspflicht in der gesetzlichen Krankenversicherung. Sie bekommen konkret angefallene Kosten in Krankheits-, Pflege- und Geburtsfällen sowie zu Maßnahmen zur Früherkennung von Krankheiten und Schutz¬impfungen von ihrem Dienstherrn anteilig erstattet.

Die Beihilfe stellt somit nur eine ergänzende Fürsorgeleistung des Dienstherrn dar, sie deckt nur einen bestimmten Anteil der Kosten. Im Übrigen gilt der Grundsatz der Eigenvorsorge, Aufwendungen im Krankheitsfall sind grundsätzlich aus den Dienst- beziehungsweise Versorgungsbezügen zu bestreiten.

Grundlagen für die Beihilfegewährung in Bayern sind Art. 96 des Bayerischen Beamtengesetzes (BayBG) und die Bayerische Beihilfeverordnung (BayBhV).

In der Regel sichern Beihilfeberechtigte die nicht durch Beihilfeleistungen gedeckten Aufwendungen unter anderem in Krankheitsfällen durch eine so genannte "beihilfekonforme Krankenversicherung", die von privaten Krankenversicherungsunternehmen angeboten wird, ab. Dies drückt sich in der Praxis in speziellen Versicherungskonditionen für Beamtinnen und Beamte aus.

Arbeitszeit:

Gemäß Art. 40 KWBG ist der Beamte auf Zeit verpflichtet, ohne Entschädigung über die regelmäßige Arbeitszeit hinaus Dienst zu tun, wenn zwingende dienstliche Gründe es erfordern und sich die Mehrarbeit auf Ausnahmefälle beschränkt. Wird er dadurch erheblich mehr beansprucht, so ist ihm entsprechende Dienstbefreiung innerhalb eines Jahres zu gewähren.

In der Praxis sind tägliche Überstunden für kommunale Wahlbeamte an der Tagesordnung, ohne dass hierfür ein Finanz- oder Freizeitausgleich geleistet wird. Berechnet man also den tatsächlichen Stundenlohn, und rechnet den hohen persönlichen Aufwand mit ein, so sind Bürgermeister und Landräte - meiner Meinung nach - keinesfalls überbezahlt.